Jusos fordern: Wahlrecht mit Leben füllen!

Mit Enttäuschung reagieren die Jusos Hamburg auf den am Freitag vom Statistikamt Nord veröffentlichten Bericht über die Wahlbeteiligung der 16- und 17-Jährigen bei den Bezirkswahlen vom 25. Mai. Lediglich 28% der Jugendlichen haben bei der ersten Wahl seit der Absenkung des Wahlalters von ihrem Stimmrecht Gebrauch gemacht. Auch bei den 18- bis 24-Jährigen lag die Beteiligung mit 32 % deutlich unter dem Durchschnitt.

Dazu erklärt Carl Philipp Schöpe (27), Landesvorsitzender der Jusos Hamburg:

„So enttäuschend die Zahlen sind, so sehr müssen sie als Warnung und Ansporn ernstgenommen werden. Es ist bei diesen Wahlen nicht gelungen, die jungen Menschen zu erreichen und sie von der Politik und ihren Einflussmöglichkeiten zu begeistern. Sollte sich diese Entwicklung fortsetzen, wäre das verheerend für die demokratische Kultur Hamburgs. Wir brauchen viel größere Anstrengungen innerhalb der Parteien, der Bildungseinrichtungen und der Medien, um das Wahlrecht für  Jugendliche mit Leben zu füllen. Dabei brauchen wir nicht nur Kampagnen, sondern mehr Diskussionen mit und innerhalb der Jugend sowie einen stärkeren Austausch über Themen, Anliegen und Gestaltungsmöglichkeiten. Dabei sollte auch uns Jugendorganisationen eine stärkere Rolle zukommen. Wir sprechen sowohl die Sprache der Parteien, als auch die der Jugend und kennen die Sorgen und Wünsche junger Menschen aus dem eigenen Leben.“

Die Absenkung des Wahlalters bei Bezirks- und Bürgerschaftswahlen bleibt aus Sicht der Jusos Hamburg eine richtige und notwendige Entscheidung.  Schöpe weiter:

„Die Wahlbeteiligungen aus anderen Bundesländern zeigen, dass Jugendliche von ihrem Wahlrecht Gebrauch machen. Auch liegt die Beteiligung in dieser Altersgruppe nur unwesentlich unterhalb der nächsthöheren Gruppe.  Für uns war aber immer klar, dass die Verfassungsänderung alleine nicht ausreicht. Der Politischen Bildung und der Vorbereitung auf das Wählen muss im Schulunterricht ein größeres Gewicht zukommen. Die erschreckenden Unterschiede in der Wahlbeteiligung zwischen den Hamburger Bezirken zeigen außerdem, dass besonders in sozial schwächeren Stadtteilen das Engagement nicht groß genug sein kann.“

(Bild: Tim Reckmann  / pixelio.de)